Subdomain vs. Verzeichnis
Wer die eigene Webseite mit einem neuen Bereich erweitern will oder thematisch etwas vom Hauptcontent abweichen möchte steht häufig vor dem Problem, wie man die neuen Inhalte am besten in die bereits bestehende Struktur der Webseite integriert. Die Frage, die dann häufig gestellt wird: Soll man dafür lieber eine Subdomain anlegen oder den neuen Inhalt besser in einem neuen Verzeichnis unterbringen? Insbesondere im SEO-Bereich reduziert sich die Frage häufig auch aufs Ranking: Was rankt besser, ein Verzeichnis oder eine Subdomain?
Subdomain oder Verzeichnis: Die Unterschiede
Google behandelt schon seit einigen Jahren Subdomains und Verzeichnisse fast gleich. Einige Unterschiede gibt es jedoch noch.
Subdomains haben gegenüber Verzeichnissen den Vorteil, dass in den Serps mehr Ergebnisse für eine Such-Query angezeigt werden können. Normalerweise (Sitelinks mal ausgenommen) werden pro Domain maximal 2 Seiten als Suchergebnisse angezeigt. Diese Begrenzung kann mit Subdomains aufgehoben werden, glaubt man Matt Cutts kann man so Suchtreffer im einstelligen Bereich erreichen. Die Zeiten von mehreren hundert Treffern für eine Domain sollten aber vorbei sein.
Dazu gibt es zwischen der Domain und der Subdomain eine Unterschied bei der Behandlung von Abstrafungen und Filtern. Eine Penalty für die Subdomain muss nicht zwangsläufig die Hauptdomain mit beeinflussen. Umgekehrt bedeutet einen Abstrafung der Hautdomain aber immer auch einen entsprechenden Effekt auf die Subdomain. Diese Trennung ist praktisch für Webmaster die mehr oder weniger problematische Inhalte wie Artikelverzeichnisse oder Web-Kataloge zu ihren Projekten hinzufügen wollen. Auf einer Subdomain würden eventuelle Penaltys gegen diese Projekte nicht die Hauptdomain beeinflussen.
Subdomains und das Ranking
Im Bereich der Suchergebnisse und der Power- bzw. PR-Vererbung verhalten sich Subdomains und Verzeichnisse identisch. Trust von der Hauptdomain wird nicht automatisch vererbt sondern nur, wenn entsprechende Links gesetzt sind. Die Seiten in Subdomains und Verzeichnissen benötigen damit eigene Backlinks um zu ranken, einen Automatismus in diesem Bereich gibt es nicht.
Damit haben gerade in diesem Bereich weder Verzeichnisse noch Subdomains einen Vorteil – vom Ranking her ist es damit unerheblich für welche Variante man sich entscheidet.
Das Handling
Für Webmaster sind Verzeichnisse in der Regel einfacher zu verwalten. Subdomains müssen meistens im System angemeldet werden, während ein neues Verzeichnis einfach per FTP erstellt werden kann.
Dafür gibt es bei Subdomains eine Vorteil bei weiterführenden Maßnahmen. So lässt sich eine eigenständige Sitemap für eine Subdomain einfacher erstellen und auch die Steuerung per .htaccess und mod-rewrite geht auf einer Subdomain einfacher da hier die Anweisungen in der .htaccess-Datei der Hauptdomain überhaupt keine Rolle spielen.
Die Entscheidung für ein Verzeichnis oder eine Subdomain ist damit sicher nicht einfacher geworden. Klare schlagende Vorteile für oder gegen eine Vorgehensweise gibt es nicht, insbesondere da im relevanten Rankingbereich keine Unterschiede bestehen. Insofern würde ich es auch an dieser Stelle mit Matt Cutts halten:
My personal preference on subdomains vs. subdirectories is that I usually prefer the convenience of subdirectories for most of my content. A subdomain can be useful to separate out content that is completely different.
Je weiter der neue Content vom Inhalt der ursprünglichen Seite entfernt ist desto eher eine Subdomain, passt der Content dagegen gut zum Inhalt dann lieber in einem Verzeichnis unterbringen.
Quelle: Pressetext