HMF-Grundlagen
Berechnung eines Hamburger Mattenfilter
Grundlagen und Informationen zum Einsatz des Hamburger Mattenfilter
Der HMF (so die im weiteren verwendete Abkürzung) ist nicht etwa meine Idee! Ich möchte nur den Aquarianern und Terrarianern helfen, die ihn ebenfalls in ihren Becken verwenden wollen.
Ausführlich und informativ hat Dipl.-Ing. Olaf Deters dies auf seinen Seiten beschrieben.
Die folgende Seiten auf Herrn Deters Webauftritt und die Informationen im Wikipedia kann ich an dieser Stelle besonders empfehlen.
Berechnungen des HMF für rechteckige Becken
Nach den Beschreibungen auf den Seiten von Herrn Deters ist ein Abzug von Bodengrund, Wasserspiegel und Führungsschienen nicht erforderlich. Wenn man sich die Größe des zulässigen Bereichs ansieht, so muss man ihm auch eingeschränkt Recht geben.
Jedoch sind gerade bei kleinen Matten erhebliche Abzüge zu erwarten, weshalb es ab und an doch Sinn macht, die tatsächlich durchströmbaren Bereiche zur Berechnung zu berücksichtigen.
Die auf den folgenden Seiten angebotenen Berechnungen zeigen Schritt für Schritt, welche Abzüge doch etwas ausmachen. Sie geben genauere Informationen über die korrekte Bemessung von Pumpe und Matte, da die nicht wirksamen Bereiche der Matte, in due Berechnung einfließen und abgezogen werden.
Wir wissen aus den Beschreibungen von DETERS einige Eckdaten. Am Ende der Berechnungen wird auf diese eingegangen und das Optimum, das Minimum und auch das Maximum der Mattengröße anhand der Durchströmungsgeschwindigkeit der Filtermatte ausgewiesen.
Gleichzeitig werden die Grenzwerte des optimalen Bereichs bestimmt, sodass das berechnete Ergebnis mit mehr Weitblick beurteilt und eingeordnet werden kann.
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Berechnung für variable Aquarienformen
Auf den Berechnungsseiten findet man 2 unterschiedliche Kalkulationen. Es kommt zwar immer dasselbe Ergebnis heraus, aber in der Variante-1 wird die Abmessung des Behälters angegeben. Somit ist diese Variante nur für rechteckige Aquarien zu gebrauchen. Man spart sich nur das Ausrechnen der Brutto-Wassermenge.
Es kann aber nur unzureichend für Delta-, Panorama- und andere Sonderformen verwendet werden.
In der geänderten Version können nun beliebige Aquarienformen berechnet werden, da hier das Füllvolumen abgefragt wird. Es eignet sich somit für alle Behälter, bei denen sich das Volumen proportional zur Füllhöhe erhöht.
Es gibt tatsächlich ein paar Becken, bei denen das nicht der Fall ist. Das sind nun aber wirklich Exoten, z.B. mit schräg stehender Frontscheibe o.ä. Hier kann man einfach die mittlere Tiefe errechnen, und dann in die einfache Formel (Beckentiefe_oben + Beckentiefe_unten) / 2 benutzen, um die durchschnittliche Beckentiefe zu ermitteln und damit in einer der beiden Berechnungsversionen die Filtergröße ausrechnen zu lassen.
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Hinweis aus gegebenem Anlass:
Die Berechnungsergebnisse sollten nicht überinterpretiert werden!
Man kann davon ausgehen, dass eine eingesetzte Pumpe niemals die im Datenblatt angegebene Menge Wasser transportiert (meist eher weniger). Auch die Wassermenge, welche die sehr gerne eingesetzten Luftheber transportieren, kann man nur schätzen. In der Matte wird es immer unterschiedlich starke Durchströmungen geben, denn das Wasser sucht sich den einfachsten Weg. Meist arbeiten die Matten erst nach längerer Zeit gleichmäßig, nämlich dann, wenn sich die anfangs stärker durchströmten Bereiche zunehmend mehr zusetzen und das Wasser dadurch gezwungen wird, auch durch die benachbarten Bereiche des Filtermediums zu fließen.
Ebenfalls möchte ich nicht versäumen, nochmals darauf hinzuweisen, dass der Mattenfilter in dieser Bauart nicht bzw. nur bedingt als mechanischer Filter geeignet ist. In der Matte soll eine biologische Filterung stattfinden. Sollten Sie stark wühlende Fische haben, planen Sie sicherheitshalber einen kleinen zusätzlichen Schnellfilter ein, der Schwebstoffe bei Bedarf aus dem Wasser entfernen kann. Der Mattenfilter wird es Ihnen mit einer erheblich längeren Standzeit, teilweise bis zu 3 und mehr Jahren ohne Reinigung danken. Somit ist diese Filterausführung die preiswerteste und wartungsärmste, die ich in meinen Aquarien je eingesetzt habe. Noch mehr kann man bei den Stromkosten sparen, wenn man anstelle einer Kreiselpumpe, einen Luftheber mit einer Luftpumpe hinter die Matte baut. Stromkosten kann man natürlich auch mit einem Anbieterwechsel sparen. Einen Strompreisvergleich findest du im Menü Berechnungen.
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Kommentare: 2
ich habe jetzt seit 3 Wochen eine solche Matte zu laufen. Berechnet habe ich sie mit dem obigen Programm.
Obwohl ich eine mittlere Filtermatte mit 20ppi benutzt habe, wurde das Wasser nach 3 Tagen leicht milchig trüb und ist es noch heute.
Die Filterwirkung scheint also nicht so optimal zu sein.
leider hast du nichts weiter zum Aquarium geschrieben. Ich gehe davon aus, dass du dein Aquarium neu eingerichtet hast, denn bei neuen Becken habe ich dies auch oft erlebt.
Nach 3-4 Wochen verschwand diese Trübung, die scheinbar aus Mikroorganismen besteht, vollständig.
Sollte dies so sein, hoffe ich, dass du noch keine Fische eingesetzt hast, denn der Filter muss "einlaufen" bis sich die notwendigen Bakterienkulturen gebildet haben. Solltest du einen bereits laufenden Filter haben, emfehle ich dir, etwas von dem "Schmutz" in das neue Becken zu gießen. Damit impftst du dein Becken mit Bakterien an und die Einlaufzeit verkürzt sich.
Auch ist mir aufgefallen, dass die Trübung unmittelbar mit dem Nitritpeak zusammenhängt.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass du die Umwandlung von giftigen Nitrit in Nitrat, welches für Fische in normalen Mengen nicht giftig ist, abwartest. Nitrat wird von Pflanzen als Nährstoff benötigt und auch abgebaut.
Bedenke bitte auch, dass der Mattenfilter kein mechanischer, sondern ein hoch effektiver biologischer Filter ist.
Du schreibtst selbst, dass du eine mittlere Porengröße als Filtermaterial gewählt hast. Durch eine solche Matte kann man oftmals hindurchschauen. Sie kann somit nicht feinste Schwebeteilchen aus dem Wasser entfernen. Sie kann, wenn sich die Bakterienkulturen gebildet haben, organisches Material abbauen bzw. umwandeln und dann natürlich auch die bei dir im Wasser vorhandenen Mikroorganismen abbauen.
Solltest du stark wühlende Fische in deinem Aquarium pflegen, macht es eventuell Sinn einen kleinen zusätzlichen mechanischen Filter einzusetzen. Meist geht es allerdings ohne einen zusätzlichen Filter.
Warte am besten einfach noch ein paar Tage ab und überprüfe, ob noch Nitrit im Becken vorhanden ist oder, ob sich bereits Nitrat gebildet hat. Der Nitritwert steigt meist schlagartig an. Danach wird in Nitrat umgewandelt. Bitte verwende nicht Teststreifen, sondern ordentliche, nicht überlagerte Tropftests. Mit den Teststreifen kann man meist nur nachweisen, ob Wasser im Becken vorhanden ist, denn sie sind viel zu ungenau und nicht zu gebrauchen.
Auch macht es Sinn bereits das unbesetzte Becken mit etwas Futter zu "verunreinigen", denn die Bakterien brauchen ja auch Nahrung. Vergisst man das, braucht es sehr lange, bis sich die Bakterien in ausreichender Anzahl gebildet haben. Nach dem Einsetzen von Fischen mit erhelblich höherer organischer Belastung des Wassers, kann es bei zu kleinen Bakterienkulturen zu einem weiteren Nitritpeak kommen.
Die letzten Absätze gelten generell und beziehen sich nicht ausschließlich auf den Mattenfilter.
Vielleicht schreibst du ja noch einmal etwas mehr zu deinem Aquarium. Dann kann man noch gezielter weiterhelfen.
Nette Grüße
Uwe