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Luftheber

Luftheber selber bauen

In der heute erhaltenen DATZ ist ein Artikel zum Selbstbau eines leise arbeitenden Luftfilters beschrieben, den ich noch etwas verfeinern will.

Mehrere Punkte stören mich, denn es geht noch einfacher und effektiver.

Ich gehe davon aus, dass alle, die hier lesen, den Artikel kennen und nenne nur kurz meine Bauweise(n)

Die heute erhältlichen Elektro-Installationsrohre werden nach dem Außendurchmesser benannt. Bis vor 2 Jahren wurde die Nennweite, also der Innendurchmesser angegeben.

Aufgefallen ist mir das auch erst, als ich mir Material für neue Steigrohre gekauft hatte und mich wunderte, dass die vom Hausbau übrig gebliebenen Bögen nicht mehr auf die heutigen Rohre passen. Also immer nachmessen, welches Material kombiniert wird.

(Update von 29.9.07)
Ich habe heute Material in einem anderen Baumarkt eingekauft und dort eine andere Art Bögen bekommen. Die jetzigen haben nur an einem Ende eine Muffe und längere Schenkel. So kann man sich das Verlängerungsstück sparen und der Nachbau wird noch einfacher.
Für den Zuschnitt des Materials für 20 Luftheber habe ich gerade 15 Minuten benötigt (darum die Anordnung der Teile als Smile.

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Man benötigt für die von mir in Serie gebauten "Tschechischen Luftheber" folgendes Material:
- Steigrohr DN20
- Außenrohr (für die Luftverteilung) DN 25
- Rohrbogen DN20 beidseitig mit Muffe (jetzt neu mit nur einer Muffe)
- 2 Rundringe 20x2 oder 20x2,5
- Luftschlauchwinkel
- Rohrstück zur Verlängerung des Auslasses (entfällt jetzt)

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Das benötigte Werkzeug ist auch recht übersichtlich. Falls man nicht bohren kann, geht das Ganze auch mit einer glühenden Nähnadel.

- Feine Säge
- Bohrer 0,8mm und 5mm
- Bohrmaschine/Accuschrauber
- schlankes Messer zum Entgraten der Sägestellen
- etwas Schleifpapier zum Entgraten der Bohrungen
- 1 Tröpfchen PVC-Kleber

Das Steigrohr wird, wie im Artikel beschrieben, 1cm vom unteren Ende mit 2-3 Reihen Luftlöchern (ich bevorzuge einen Bohrer von 1mm oder wenn möglich noch kleiner) versehen, über welche die Luft in das Steigrohr drücken kann. Ich bohre am unteren Ende 2 dichter zusammenliegende Reihen, die im Idealfall gleichmäßig Luft nach innen drücken und, falls sich die oberen mal zusetzen eine Sicherheitsreihe am unteren Ende, die bei Verstopfung der oberen Löcher verhindern soll, dass der Luftheber am unteren Ende rausblubbert und den Mulm hinter der Matte aufwühlt.
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Jetzt wird die Außenhülse 1-2 cm vom oberen Ende mit einer Bohrung 5mm versehen, in die später der Luftwinkel eingeklebt wird.
Der Luftwinkel wird an einem Anschluß mit der Säge auf 1mm Länge eingekürzt, damit man noch genügend Führung zum einkleben hat.
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Jetzt nur noch den oberen Rohrbogen auf 5-7mal Rohrdurchmesser kürzen, in unserem Fall 80-112 von der Steigrohr mitte gemessen.
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alle Schnittstellen mit einem schlanken Messer entgraten und nicht die Innenseite des Steigrohres vergessen.
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Alle zu bearbeitende Teile seht ihr hier:
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Auf dieses Steigrohr wir nun am unteren Ende die Außenhülse aus dem DN25 geschoben, welches ich zuvor 1-2 cm vom oberen Rand mit einer Bohrung von 5mm versehen habe (ich schneide diese Stücken immer auf mindestens 6cm Länge zu, da sich in der Hülse ein Luftpolster bilden soll, bevor die Luft durch die Bohrungen in das Steigrohr strömen können. Dies ist zum Druckausgleich sehr wichtig. Der eine oder andere kennt das Prinzip eventuell von seiner Hauswasserversorgung (Druckausgleichsbehälter). Mittels der beiden Rundringe wird das Rohr oben und unten abgedichtet (nicht vergessen den oberen Ring vor der Montage des Außenrohres auf das Steigrohr zu schieben)
Der Winkel für den Luftschlauch stramm in die Bohrung einpassen (hin- und herdrehen, bis es reinpasst und abschließend mittels Kunststoffkleber in die Außenhülse einkleben. Hier bitte aufpassen, dass der Kleber nicht die Öffnung verklebt, aber umlaufend Rohr und Winkel benetzt, damit später eine ausreichende Festigkeit erreicht wird.
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Die haltbarsten Ergebnisse habe ich mit Tangit erreicht. Sicher geht auch anderer Kunststoffkleber, der die Teile nach dem Auftragen anlöst und dann ganz fest miteinander verbindet.

So sollte das ganze jetzt aussehen...
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Fertiges Rohr
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Packt das Rohr jetzt für mindestens 24 Stunden beiseite und lasst den Kleber aushärten. Dann wird alles gründlich gespült, damit nicht versehentlich Lösungsmittel im oder am Rohr verbleiben.

Jetzt braucht man nur noch den Rohrbogen oben aufstecken.

Ich baue die Luftheber immer in Serie und lasse die Rohre etwas länger. Hier im Beispiel wurde dieser in ein Becken mit 30cm Höhe eingebaut. Ich kürze dann einfach das Rohr soweit ein, wie ich es für das einzelne Becken brauche.

Den Hamburger Mattenfilter steche ich dabei schräg nach unten mit einem spitzen Messer ein und kann dann auch noch die Austritthöhe in geringem Maße korrigieren. Das Steigrohr sollte man immer so lang, wie möglich machen. Um so länger, um so effizienter arbeiten die Heber. Die Ansaugöffnung sollte aber trotzdem mindestens 3 cm vom Bodengrund entfernt sein, damit der hinter der Matte sammelnde Mulm nicht wieder ins Becken gepumpt wird.
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Um einer Entmischung des Wasser-Luft-Gemisches vorzubeugen und somit das gefürchtete "blubbern" zu vermeiden, sollte der Wasseraustritt nicht weniger als das fünffache des Rohrdurchmessers, aber nicht mehr als 7 mal Rohrdurchmesser betragen. Es wird dabei der Abstand vom senkrechten Steigrohr (mitte) bis zum Wasser-Luft-Austritt gerechnet. Weiter oben bin ich dazu bereits eingegangen
Noch leiser laufen die Luftheber, wenn man das obere Verlängerungsrohr mit einer Schräge von 60° absägt. So kann die Luft bereits nach oben entweichen und das Wasser wird noch im Rohr geführt.

Der Wasser-Luft-Austritt ins Becken sollte nicht mehr als 1/3 des Rohrdurchmessers über der Wasseroberfläche liegen.

Bei meinem Test bei nicht ganz vollem Becken (es fehlen ca. 5cm Wasser) macht das hier beschriebene Muster trotzdem noch reichlich Druck.
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Ich hoffe, dass die Anregungen helfen, um die wirklich sehr effektiv arbeitenden Luftheber so einfach wie möglich nachbauen zu können.

Für dem Bau von 20 Stück habe ich nicht mehr als 2 Stunden benötigt. Diese Beschreibung war aufwendiger.
Bei Fragen, bitte fragen.


Eine angeregte Diskussion mit hat sich im Cichlidenforum ergeben.
Dort sind, so denke ich, die letzten Unklarheiten besprochen worden.
Neuerungen haben sich nicht ergeben.

Kommentare: 2
1
UserFrank Kaminski
Date / Time01.02.10 - 21:35:17
querschn~01.jpgEine sehr umfangreiche Bauanleitung.
Damit habe sogar ich den Nachbau geschafft und sogar alles verstanden :))

Hier sollte man aber noch darauf hinweisen, dass der Einsatz in dieser Form eigentlich nur in Verbindung mit einem Mattenfilter möglich ist.
Ein Innenfilter kann mit der Variante nicht gebaut werden, da die Konstruktion viel zu lang wird.

Grüße, Frank
2
UserUwe Dölling
Date / Time08.03.10 - 00:25:45
Homepagehttp://www.doelling-berlin.de
DSCF1~14.JPGImmer wieder erreichen mich Anfragen, wie lange diese Luftheber halten. Auch lese ich öfter, dass die Bohrungen verstopfen und verkalken.

Der oben beschriebene Luftheber ist seit 09/2007 unangetastet hinter der Matte montiert. Ab und an sauge ich überschüssigen Mulm hinter der Matte ab.

Sonst war ich seit damals noch nie an der Installation dran. Berlin hat schon recht hartes Wasser 18° dGh 11°Kh aber Verkalkungen habe ich weder bei diesem, noch bei anderen, schon erheblich länger laufenden Lufthebern feststellen können. Da ich erst seit 2005 wieder Aquarien aufgestellt habe, kann ich über keine Langzeitergebnisse berichten. Der am längsten laufende Mattenfilter und Luftheber ist bei mir seit Oktober 2005 im Einsatz.

Ich vermute, dass die Luftheber, die bei einigen Probleme bereiten, am unteren Limit betrieben werden und so Wasser in die Luftmanschette zurücklaufen kann, wodurch sich nach und nach Kalk im Luftwinkel bildet. Die hier beschriebene Konstruktion transportiert bei optimaler Einstellung ca. 400-500l/h Wasser (geschätzt) und sollte mit 1/4 Luftmenge -also 100 l/h Luft- angetrieben werden. So kann dann auch kein Wasser zurücklaufen und den Heber verstopfen.

Auch kamen viele Fragen zu den verwendeten Matten. Nach einigen anfänglichen Problemen mit feinen Matten (30ppi), verwende ich nur noch 20 ppi in Garnelenbecken bzw. 10 ppi in Cichliden- und Welsbecken. Der Mattenfilter soll ja nicht mechanisch, sondern ausschließlich biologisch filtern. Das funktioniert nur, wenn die Matte gleichmäßig durchströmt wird. Eine größtenteils zugesetzte Matte erfüllt diese Bedingung nicht, da die verbleibenden durchgängigen Stellen viel zu schnell angeströmt werden und somit die Bakterien nicht in der Lage sind, ihre Arbeit zu verrichten. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, dass sich die verbliebenen Stellen ebenfalls zusetzen und die Matte gereinigt werden muss.
Natürlich hat eine grobe Matte eine entsprechend geringere innere Oberfläche, bleibt dafür aber viel viel länger durchgängig und funktioniert dann auch über Jahre wartungsfrei. Auch macht es keinen Sinn eine übermäßig dicke Matte zu verwenden, denn die Bakterien (nachzulesen bei DETERS) arbeiten nur in den ersten 5-10mm der Matte.
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