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Druckdose-Ringleitung

Stehen mehrere Aquarien, die mit Luft versorgt werden müssen, auf kleinem Raum zusammen, lohnt es sich nicht, an jedem Becken eine eigene Luftpumpe zu betreiben. Gerade beim Einsatz der ebenfalls auf meinen Seiten beschriebenen Luftheber kann man problemlos mehrere Aquarien an einer Kleinpumpe betreiben. Um die unangenehme und nicht wirklich dauerhafte Verteilung und Einstellung mittels T-Stücken, Schlauchklemmen und meist viel zu dünnen Schläuchen zu umgehen, kann (und sollte) man eine Druckdose verwenden.

Einfache Druckdose

Für kleinere Anlagen, die recht dicht zusammenstehen reicht hier ein passend zusammengestecktes DN50-Rohr (wenn mehr Platz ist, ist ein dickeres Rohr besser), welches an einem Ende mit einem Abschlußdeckel und am glatten Ende mit einer Doppel/Schiebemuffe und Abschlussdeckel verschlossen wird.

In einen der Deckel wird die Pumpe eingespeist und jeweils über den Aquarien werden für jeden Verbraucher einzelne Ventile vorgesehen. Komfortabler und für größere Anlagen ist allerdings die folgende Variante.

Druckbehälter mit Ringleitung

Ich verwende eine Art Kessel, in die meine Pumpen, egal, ob es mehrere einzelne Pumpen, ein Kleinkompressor, oder ein Seitenkanalgebläse ist, ihre Luft fördern. Von diesem Druckausgleichbehälter, den man bei Bedarf auch locker mit schallschluckenden Materialen auskleiden kann, verlege ich entweder eine Luftversorgungsleitung als Ring um die Becken herum, oder lege, wenn es sich um eine kleine Anlage handelt, einzelne Luftschläuche zu jedem einzelnen Aquarium (das zuvor beschriebene Druckdosen-System).

Um eine Ringleitung zu bauen, genügen meist die 20-mm-Elektro-Installationsrohre, welche sich mit Sanitärkleber dauerhaft und dicht verkleben lassen. An den Entnahmestellen bohre ich nun passende Löcher, um einen Hahn mit 4mm Luftschlauchanschluss einkleben oder einschrauben zu können.

Der Vorteil des Druckbehälters ist, dass er Druckschwankungen und Geräusche minimiert und ein zentraler Platz für die Einspeisung mehrerer Pumpen vorhanden ist. Fällt mal eine Pumpe aus, wird die Leistung zwar weniger, aber dies betrifft dann alle Becken und es kommt nicht zum Totalausfall in einem Aquarium.

Die Ausführung als Ringleitung hilft dabei die Druckverluste, die bei einer Einzelleitung auftreten, auszugleichen.
An jeder Stelle des Rohres herrscht derselbe Druck. Die einzelnen Abgänge für die Aquarien lassen sich erheblich einfacher und dauerhaft einstellen.

Für die Druckdose benutze ich gerne eine Doppelmuffe/Schiebemuffe aus 200mm-HT-Rohr. Um so größer das Volumen ist, um so besser läuft die Anlage. Auch kann man ein 160mm x 500mm HT-Rohr und eine Doppelmuffe verwenden.
Die Enden werden mit den passenden Deckeln verschlossen, nachdem in jeden Deckel ein Rohrstutzen zur Aufnahme der Ringleitung eingeklebt wurde. Die High-End-Variante wäre eine Ausführung mit 20-mm-Tankverschraubungen, wie sie auch bei Aquarien mit Überlauf eingesetzt werden, aber mein Beispiel soll eine preiswerte Version beschreiben.

Material für Druckdose und Ringleitung

Einkauf der Teile für die Druckdose

Ich habe heute für einen Bekannten die Teile für eine Druckdose und eine Ringleitung mit einer Länge von besorgt und nehme das zum Anlass, den Bau zu beschreiben.
Der Aquarienfreund möchte eine Ringleitung mit 20mm Rohren und eine Druckdose aus 160mm Rohr. Da ich von Natur aus faul bin, habe ich keine Preise verglichen, sondern bin zum nächsten Baumarkt gegangen. In meinem Fall Hellweg, den ich zu Fuß erreichen kann.

Folgende Teile werden benötigt:

1 HT-Rohr 160x500mm5,29€
1 Überschiebmuffe 160mm4,39€
2 Endverschlüsse 160mm
3,98€
div. Ventile Gardena Dripsystem2,00€
Isolierrohr EN20mm 200cm lang
0,99€

Den Preis für die Gardena-Ventile habe ich einfach mal geschätzt, da ich mir schon vor Längerem einen gewissen Vorrat angelegt hatte und keinen Beleg mehr zur Hand habe. Von den Isolierrohren muss man sich natürlich so viele kaufen, wie für die Verlegung des Ringes von der Druckdose zu den Becken und zurück zur Druckdose notwendig sind. Da diese Anlage mit mehreren Kleinpumpen gespeist werden soll, werden 4mm Schlauchstutzen für die Einspeisung verwendet.

Die Stutzen zur Aufnahme der Ringleitung

Je 1 Muffe und ein gerades Stück des Isolierrohres wird für die Anschluss-Stutzen, die mit den beiden Deckeln verklebt werden, benötigt. Für die reine Druckdose wird nur ein einziges der Gardena-Ventile benötigt. Dieses wird an die tiefste Stelle eingeklebt, um eventuelle Wasseransammlungen abblasen zu können.

Es macht natürlich auch Sinn, die Pumpenanschlüsse über ein solches Ventil zu realisieren, denn falls mal eine Pumpe ausfällt, braucht man nur das Ventil schließen und kann die Pumpe entfernen.

Es ist halt alles eine Preisfrage!

Hier geht es zur Seite von Gardena.

Alternativ kann man Metall-Kugelventile verwenden, die nicht geklebt werden brauchen. In diesem Fall braucht man nur eine 5,7mm-Bohrung in die Ringleitung einbringen und schraubt die Gewindeseite einfach in die Versorgungsleitung ein.

(siehe hierzu auch meinen Kommentar am Ende der Seite)

Die Teile und wie sie zusammen gehören

Hier noch die Explosivdarstellung der einzelnen 160mm Rohrteile.
Aber wie das montiert werden muss, sollte nach der obigen Einkaufsliste eh klar sein.

Werkzeug und Kleinmaterial

Werkzeug und Kleinmaterial wird relativ wenig benötigt:

1 Säge
Bohrmaschine
20mm Bohrer (für die Anschluss-Stutzen)
8mm Bohrer (für die Gardena-Ventile) oder eine andere passende Größe für die Pumeneingänge.
1 Messer und ein Rest Schleifpapier, oder wer so was hat, einen Senker zum Entgraten
Kunststoffkleber -mein Favorit- Tangit

Muffenfett oder zur Not Geschirrspülmittel, Glycerin, Vaseline oder ähnliches, um die Teile leicht zusammenstecken zu können.
Von der oft verwendeten Butter oder Magarine, für solche Zwecke, kann ich nur abraten. Das fängt irgendwann an, recht unangenehm und ranzig zu riechen.

Die Montage selbst ist recht einfach, aber ihr werdet sehen, dass auch ich Fehler mache. Wer meinen Fehler auf den Fotos findet, kann sich ja mal melden Wink.

Die Bohrungen und die Montage

Meine uralte Brustleier beim Bohren der 20mm Löcher für die Stutzen der RingleitungIch persönlich verwende gerne meine uralte Brustleier um die 20mm-Bohrungen in die beiden Endstücke zu bohren, da sich die Deckel nur schlecht einspannen oder festhalten lassen und ich so, mit viel mehr Feingefühl arbeiten kann, als mit einer elektrischen Handbohrmaschine.

Detail beim bohrenMeine Bohrmaschine bei der Arbeit: hier wird die 20mm-Bohrung für einen der beiden Rohrstutzen in den Deckel gebohrt.

Anschließend werden die Bohrungen entgratet.

Nach dem Anschleifen der beiden 20mm-Rohrenden, können diese dann auch schon mittels Tangit-Sanitärkleber in die Deckel eingeklebt werden. Die Rohrstücken brauchen nur leicht im Bereich der Klebestelle angeraut zu werden, um eventuell vorhandenes Fett vom Rohr zu entfernen und durch eine bessere Klebstoffaufnahme, eine gute Festigkeit der Klebestellen zu gewährleisten.

In einen Deckel wird ein gerades Rohrstück, welches mindestens 6 cm aus dem Deckel herausstehen sollte, montiert.
In den anderen Deckel wird eine Muffe des zu verlegenden 20mm Rohres eingeklebt.

Dies vereinfacht später die Rohrmontage enorm, da man die an den 2m-Stangen auf einer Seite vorhandenen Muffen verwenden kann das Rohr immer nur auf der durchgehenden Seite auf das passende Maß zurechtsägen muss. Ich verlege dann immer ausgehend vom glatten Rohrstutzen bis zu den Aquarien und gehe dann wieder zurück zum Muffenstück der Druckdose.

Nach dem aushärten (24 Stunden) der Klebestellen kann nun auch bereits mit dem Zusammenbau begonnen werden. Dazu werden die Dichtgummis im Rohr und in der Schiebemuffe reichlich mit Muffenfett oder einem ähnlichen Gleitmittel (siehe weiter oben) eingerieben und die Deckel zügig in die Muffenseiten eingeschoben werden. Das Rohr und die Schiebemuffe sollte erst danach zusammengeschoben werden, damit die Muffe nicht versehendlich zu weit auf das Rohr rutscht, denn die Sachen wieder Auseinanderzunehmen ist erheblich schwieriger als das Zusammenstecken.

Nun braucht man nur noch die Bohrungen für die Pumpeneinspeisung und den Wasserablass herstellen und die Schlauchstutzen bzw. Ventile einkleben.

Fertiger Druckbehälter

Fertig sollte das dann in etwa so aussehen.

Fertige Druckdose


Tipps

Wenn die Einspeisung der Pumpe unbedingt geschraubt hergestellt werden soll, kann man ein T-Stück oder ein Zwischenstück mit Reinigungsstutzen verwenden. Hier hat man den Vorteil, dass man bei beiden Abgängen der Ringleitung und auch für den Schlauchstutzen zum Seitenkanalgebläse, nicht gewölbte Flächen hat. Da der Deckel des Reinigungsstutzens meist geschraubt ausgeführt ist, kann man immer noch nachbessern. Wer schon mal 160mm oder 200mm Endstopfen nach längerer Zeit entfernen musste, weiß, wovon ich spreche. Die preiswerteste Ausführung ist aber noch immer das 160mm-Rohr, passende Schiebemuffe und 2 Endkappen.

So kann der eigentliche Druckbehälter in kürzester Zeit und einfach hergestellt werden.

Die Einspeisung(en), also die Pumpenanschlüsse werden möglichst mittig in das Rohr, also in die gewölbte Seite, gebohrt, da es hier durch die nicht parallelen Flächen kaum zu Dröhnerscheinungen kommen kann. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass eine in den Deckel angeschlossene Pumpe zu Resonanzen im Rohr führen kann, wenn sich die beiden Deckel gegenüberliegen und die vibrierende Luft von der einen Seite zur anderen reflektiert wird (stehende Welle).

Bitte nicht vergessen, einen Lufthahn an die tiefste Stelle der Druckdose einzubauen. Wo Druck und Temperaturschwankungen herrschen, kann es immer zu Kondenswasser kommen. Auch kann man nicht ausschließen, dass mal Wasser in die Anlage zurückläuft. Sei es, weil man keine Rückschlagventile einsetzt, oder aber mal ein solches Ventil defekt ist. Es macht immer Sinn, wenn man Wasser, was sich eventuell im Druckbehälter gesammelt hat, einfach ablassen oder abblasen lassen kann.

Wenn noch Fragen offen sind, stelle sie bitte einfach im Forum oder unten als Kommentar.

Wer mir einen Tipp geben kann, wie man diese unansehnlichen Klebezettel, rückstandslos von den Rohren bekommen kann, schreibt mir bitte eine Mail.

Erfahrungen mit der Konstruktion

Nach der Endmontage hat es mich auch einmal erwischt.
Ich habe den hier beschriebenen Luftbehälter und den Ring eingebaut, einen Anschluß für eine Resun LP100 vorgesehen und die Anlage mit anfangs 10 Becken in Betrieb genommen.

Da ich bis dahin nicht wusste, was diese Pumpe für Luftmengen fördert, habe ich sicherheitshalber die 3 Kleinpumpenanschlüsse und die Entleerung offen gelassen.

Bisher hat es keine Pumpe geschafft, meine Druckdosen oder Druckbehälter wieder auseinanderzuschieben.
Nach 30 Minuten Probelauf hat es die Resun geschafft, mit einem lauten Knall beide Deckel komplett herauszudrücken.

Es empfielt sich also tatsächlich, wie ich in einigen Foren bereits lesen konnte, bei entsprechender Pumpenleistung, die Deckel im Bereich der Steckverbindungen, mit je 3 Schrauben zu sichern. Ich habe dies nun auch so gemacht. Die Deckel bewegen sich nun keinen Millimeter mehr und die Anlage läuft seit 14 Tagen problemlos.

Erst nachdem es das Problem gab, habe ich nachgesehen, was diese Pumpe tatsächlich für eine Leistung hat.
Die LP100 fördert ca. 9000 L/H und drückt problemlos 4 Meter Wassersäule (0,04mpa)... Surprised

Ebenfalls musste ich feststellen, dass sich die Gardena-Ventile nicht mit Tangit verkleben lassen.

Ich habe mir nun für alle Anschlüsse doch Metall-Kugelventile besorgt, die auf einer Seite den Anschluss für den 4mm-Luftschlauch (5mm Ø) und auf der anderen ein mir bisher unbekanntes, nicht standardisiertes Zoll-Gewinde 33/128 Zoll mit 26 Gängen/Zoll (6,548 mm) verwendet. Mit einem Bohrer, Ø 5,7mm kann man an den gewünschten Stellen Löcher in die Ringleitung einbringen und diese Ventile ohne Verwendung von Kleber oder Dichtmaterialien, stramm und dicht in die Ringleitung einschrauben. Da ich immer wieder gefragt werde, woher ich die Lufthähne und die Anschlussstutzen bekomme, im folgenden der Link (auf die Grafik klicken). Hier erhalte ich nicht nur die Metall-Lufthähnchen, sondern auch Luftwinkel, mit denen ich seit kurzem meine Luftheber bestücke. Auch findet man hier diverse leistungsfähige Pumpen.

 Link zu Deisterfische

Tipp: spanne die Lufthähnchen zur Montage an der Schlauchseite vorsichtig in einen Akkuschrauber ein und lasse sie langsam in das Rohr hineindrehen. So ersparst du dir das verkanten und die Fummelei beim Eindrehen und brauchst, wenn das Gewinde angesetzt hast, nur noch den Rest per Hand eindrehen.
Da ich diese Hähnchen jetzt wohl öfter verwenden werde, habe ich mir ein für die Schlauchseite passendes Loch (5,2mm) in ein 16mm Rundeisen gebohrt und klemme die Ventile mit einer seitlich angebrachten Klemmschraube fest. So ist man in der Lage die Kugelhähnchen gerade anzusetzen und erspart sich die lästige Fummelei per Hand.

Viel Spaß beim Nachbauen.

Kommentare: 3
1
UserAndré Petras
Date / Time22.02.10 - 16:54:38
Hallo,
ein sehr guter und verständlicher Artikel.

Zu deinem Problem mit den Aufklebern/Etiketten: einfach die Kleber- und Zettelrückstände mit ein wenig
Pflanzenöl einreiben (ein Tropfen reicht und mit dem Finger eine halbe Minute einreiben). Dann stehenlassen
und nach 5-10 Minuten lässt sich alles leicht mit einem feuchten und rauhen Schwamm entfernen.

Grüße
André
2
UserUwe Dölling
Date / Time04.03.10 - 19:40:37
Homepagehttp://www.doelling-berlin.de
Hallo André,

danke für die Blumen.

Ich habe deine Methode ausprobiert, aber es auf diesem Weg nicht geschafft, die Aufkleber zu entfernen.
Sicherlich liegt das daran, dass die verwendeten Artikelaufkleber mit Kunststoff überzogen sind.
So schlimm ist das in meinem Fall aber auch nicht, denn die Druckdose hängt in der Werkstatt an der Wand.

Bei einfachen Preisschildern hat es auf jeden Fall funktioniert.

Ciao
Uwe
3
UserMichael Krause
Date / Time04.03.10 - 20:08:04
arschlec~01.jpgHallo,

in der Drogerie gibt es Etikettenlöser. Ich denke aber, dass die bei den plastbeschichteten Schildern auch versagen.
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